Beschneidung nach Phimose - Erfahrungsbericht

Immer noch ein Tabuthema, dabei ist ein Vorhautproblem kein Grund zum schämen.
Hier werden alle Fragen rund um Vorhaut beantwortet.
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Man-Without-Cap
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Beschneidung nach Phimose - Erfahrungsbericht

Beitrag von Man-Without-Cap » Mo 14. Jan 2019, 18:19

Hallo liebe Community :winken2:

da ich bisher nur Foren für Beschneidungen im Kindesalter oder "Anti-Beschneidungs-Boards" gefunden habe, bin ich glücklich endlich hier gelandet zu sein. :)

Zu mir... ich bin 36 Jahre alt, mit rund 130kg und etwas mehr als 180cm Größe ein echtes Schwergewicht und.... seit 5 Tagen beschnitten.

Das schonmal direkt zum Anfang: ich schreibe diesen Bericht, weil ich im Netz nicht wirklich etwas gefunden habe um die Fragen zu beantworten die sich mir vor der OP aufgedrängt haben. Und da ich glaube das es noch andere gibt die sich solche Fragen stellen möchte ich meine Erfahrungen mit Ihnen teilen.


Es war bei mir so, dass meine Phimose schon seit der Kindheit bestand. Leider bin ich noch aus der Generation in der sich nicht alle Eltern um sowas im Kindesalter gekümmert haben und als ich mit 12-13Jahren selber gemerkt habe was los war, konnte ich nicht mehr viel machen... und natürlich war auch sehr viel Angst und Charme im Spiel... also war ein Arztgespräch für mich zu dieser Zeit auch indiskutabel.
Also...was blieb mir anderes übrig als schüchterner Angsthase? Ganz einfach... das ganze ertragen.
Das ging auch sehr lange Zeit ganz gut. Bis ich letztes Jahr beim Sex merkte das es eben nicht mehr zu ertragen war und da ich mir geschworen habe, dass wenn es beim Sex wehtut ich etwas unternehmen muss, ging ich doch endlich zum Urologen.
Der eröffnete mir die üblichen Möglichkeiten... Dehntherapie (Manuell oder mit Ringen und anderen Gerätschaften) oder wenn das nichts bringt halt das "Verdeck abnehmen".
Ich fand es schonmal gut, dass der Doc mir die Chance auf eine Dehntherapie einräumte und nicht sofort schnippeln wollte.
Habe dann auch 8 Wochen lang mit 2 verschiedenen Cremes versucht manuell zu dehnen. Das brachte auch leichte Verbesserung aber war noch Meilen entfernt von einem kompletten zurück ziehen. Dazu kam noch das das dehnen auch nicht wirklich angenehm war. Als ich dann in der 9ten Woche das wieder mit meinem Doc besprochen habe sagte er mir: "Also... wenn wir die Vorhaut entfernt hätten, wärst du von der Heilung her schon durch mit dem Thema".
Das gab mir dann doch zu denken und wir unterhielten uns in aller Ruhe und ganz offen über eine Beschneidung und deren Folgen...sowohl kurz nach der Beschneidung wie auch langfristig.
In dem Moment wurde mir klar, dass ich das machen werden lasse... denn ich wollte das Problem endlich und für immer loswerden. 8 Wochen habe ich mir diesen Käse mit dem dehnen angetan...schlimmer konnte eine Beschneidung folglich nicht werden.
Da mein Urologe den Eingriff aber nicht in seiner Praxis durchführen konnte verwies er mich an ein Krankenhaus deren urologische Station einen hervorragenden Ruf hier in der Gegend hat. Er selber hat dort operiert und praktiziert und konnte mir somit zusichern das dort wirklich erfahrene Ärzte am Werk sind.
Somit ging ich dann in die Klinik zum Vorgespräch... und da konnte ich dann auch meine ganzen Bedenken auf den Tisch legen die ich hier im Internet nicht wirklich ausgeräumt bekommen habe.

Nämlich folgende:
- Kann man bei starkem Übergewicht überhaupt richtig beschneiden?
- Wird die Eichel wirklich unempfindlicher wenn sie freiliegt und wie lange dauert so etwas bei jemanden dessen Eichel 36 Jahre noch NIE die große Welt gesehen hat?
- Kann man den Eingriff wirklich Ambulant machen oder muss man in so einem Härtefall wie mir in der Klinik bleiben?

Wie gesagt... dort arbeiten echte Profis und die konnten mir dann auch restlos meine Bedenken nehmen.
-Ja... man kann bei starkem Übergewicht beschneiden! Auch wenn im Schambereich ein gutes Fettpolster vorhanden ist. Und das "optische Ergebniss" wird sich nicht wesentlich von anderen "Schlanken Beschnittenen" unterscheiden. Es wird nur etwas mehr Haut am Schaft verbleiben die sich aber vernünftig am Schaft platziert...egal ob errigiert oder schlaf.
- Ja... die Eichell wird für den "alltäglichen Kontakt" wie z.B. mit Kleidung unempfindlicher. Die sexuelle Empfindlichkeit wird davon eher wenig betroffen sein.... kann sich über die Jahre aber auch etwas mehr zurückbilden. Dagegen könnte man aber den Penis samt Eichel in Zukunft gut mit Cremes pflegen. das würde völlig reichen... und wenn man es nicht tut müsse eine Desensibilisierung auch nicht zwingend auftreten. Bei Fällen wie mir, wo die Eichel ein Leben lang im Dunkeln lag kann die Empfindlichkeit aber etwas länger anhalten...aber auch bei mir wird sich die Eichel dem Alltag anpassen. Garantiert.
- Ja... so ein Eingriff ist heute eine gut zu handelnde Routine. Sie wird in der Klinik wöchentlich mehrmals durchgeführt und zwar in allen Altersschichten....vom Säugling bin hin zum 92jährigen (der Doc dort sagte das war der älteste Patient den er beschnitten hat). Es gibt verschiedene Arten den Eingriff vorzunehmen. Entweder unter örtlicher Betäubung oder unter Narkose... da gibt es wieder mehrere Arten... diese würde aber der Narkosearzt mit mir bereden in einem extra Gespräch.

Gut!
Somit war ich mir absolut sicher... ich werde beschnitten!

Ich habe mich dann für eine Spinal-Narkose entschieden, da mir der Narkosearzt sagte, das jede Vollnarkose natürlich für den Körper eine Mehrbelastung ist, die man sich bei einem so verhältnismäßig kleinen Eingriff gut sparen kann. Bei der Spinal-Narkose wird Betäubungsmittel direkt in den Nervenwasser-Kanal in der Wirbelsäule gespritzt was dafür sorgt, dass man seinen kompletten Unterkörper ab ca. Höhe der Hüfte weder spürt noch bewegen kann... quasi wie eine Querschnittslähmung... aber jetzt bitte keine Angst haben... das geht ja wieder weg ;) . Und vor der Nadel muss man auch keine Angst haben.... bevor die Nadel für den Nervenkanal kommt, wir der Rücken an der Stelle lokal Betäubt. Das einzigste was ich merkte war ein kurzes ziehen... ähnlich dem Gefühl wenn man merkt das sich der Ischias meldet... für 2 Sekunden unangenehm... aber NICHT schmerzhaft.
Außerdem ist der große Vorteil bei der Spinal-Narkose im Gegenteil zur Vollnarkose, dass man eigenständig atmet und... wenn man möchte... auch wach und bei Bewusstsein ist. Somit müsse man nicht beatmet werden... was für den Körper auch immer ein kleiner Kraftakt ist... das umstellen von Beatmung auf Selbst-Atmung.
Örtliche Betäubung wollte ich nicht, weil ich zu diesem Zeitpunkt immer daran gedacht habe "Was ist wenn das ist wie beim Zahnarzt und die wirkt nicht?".
Das ist aber absoluter quatsch... kann ich versichern, da in meinem Fall (und wohl bei jedem der beschnitten wird) präventiv nach der Narkose ein sogenannter "Penisblock" gespritzt wird. Das bedeutet, das NACHDEM ihr in Narkose seid der Penis ringsherum nochmal mit Lokalanästhetikum zugespritzt wird... und alleine diese Betäubung hält zwischen 8-12 Stunden.

So... und dann war die Haut ab!

Als die Anästhesie nachgelassen hatte und ich wieder laufen konnte, ging ich nochmal zum Arzt ins normale Behandlungszimmer damit er sich den Verband nochmal angucken konnte. War aber alles gut. Er guckt auch nur und fummelt da nicht rum...keine Angst ;) . Da der "Penisblock" aber immernoch gewirkt hatte hätte er da unten auch rumfummeln können, da wäre nicht passiert.

So...
nun zu den unangenehmen Seiten der Beschneidung:
1. Der Verband der nach der OP drum kommt ist ein Druckverband. Also, wie der Name schon sagt drückt er auf die Naht um eventuelle Nachblutungen zu verhindern. Dieser sitzt halt relativ stramm und fühlt sich unangenehm an... aber nicht schmerzhaft. Den durfte ich auch am nächsten morgen abnehmen... und damit kommen wir auch zu 2.!
2. Den Verband abnehmen ist etwas... naja...etwas intensiv :)
Ich hatte Angst das sich da irgendwas verklebt haben könnte und habe nochmal in der Klinik angerufen. Dort wurde mir aber gesagt, dass wenn dort eine Stelle verkrustet sein sollte mit dem Verband dürfte ich diese Stelle auch mit lauwarmen Wasser oder besser Kamillosan-Lösung anfeuchten.
War aber alles locker denn die Naht wird vor dem anlegen des Verbandes sehr dick mit Penthanolsalbe eingecremt. Nur rate ich jedem der den Verband abwickelt das langsam und sehr vorsichtig zu machen, da sobald ihr an die letzte Lage kommt die Eichel freiliegt... und die ist so einen Reiz mal gar nicht gewöhnt :D
Es sind auch keine Schmerzen die man dann spürt sondern ein extrem unangenehmes, überempfindliches Gefühl. Wenn man fasch dran zieht zuckt man halt sehr viel...aber wie gesagt KEINE Schmerzen.

So... und heute sind 5 1/2 Tage vorbei und ich muss sagen... es geht mir wirklich gut mit der Beschneidung. Natürlich ist die Eichel noch sehr empfindlich da sie ja auch immer noch mit Kamille gebadet und mit Bepanthen versorgt wird. Somit ist sie quasi noch permanent feucht und daher auch leichter zu reizen. Das wird aber nach und nach weniger.
Am Tag der Verbandsabnahme konnte ich noch nicht mal einen Windzug an der Eichel ertragen ohne zu zucken. Heute kann ich nach dem Wasserlassen schon mit einem Stück Papier die Spitze trocknen....natürlich noch etwas vorsichtig...aber es geht.



Also... für alle die sich auch über eine Beschneidung nachdenken und sich einen Kopf um Übergewicht machen oder glauben, dass sie schon zu lange damit rumlaufen und die OP für sie keine Verbesserung bringen kann...
geht zum Urologen.... ehrlich... es lohnt sich und man gewinnt ein echtes Stück Lebensqualität zurück.


Sollte irgendwer Fragen haben, kann er natürlich gerne hier Fragen. :winken2:

Das Etwas
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Re: Beschneidung nach Phimose - Erfahrungsbericht

Beitrag von Das Etwas » Mo 21. Jan 2019, 15:50

Hallo MwC,

zunächst erst einmal vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht, den ich inhaltlich allerdings nicht ganz so stehen lassen, sondern mit gewissen Anmerkungen begegnen möchte:

Sicherlich ist eine Phimose etwas, das einen im Erwachsenenalter im Sexualleben einschränken kann, wenn man nicht wirklich "gerüstet" ist und das Thema zuhause vielleicht auch nur sehr spärlich behandelt wurde. Grundsätzlich kann man mit einer Phimose völlig problemlosen Sex haben, das ist - genauso wie "normaler" Sex auch - eine Frage der "Technik". Dass deine Eltern deine Phimose im Kindesalter in Ruhe gelassen haben war und ist richtig, in dem Fall kein "leider", sondern trotzdem ein "Gott sei Dank". Nur wäre es natürlich angebracht gewesen, dir mal zu erklären, wie es später denn sein wird. Ganz sicher war es mit 12-13 Jahren noch nicht zu spät, eher im Gegenteil, die natürliche Entwicklung der Vorhaut hat da gerade erst begonnen. In zahlreichen Studien hat man heraus gefunden, dass noch 1/3 aller Jungs im Alter von 10 Jahren eine nicht zurückziehbare Vorhaut haben - von den selben Jungs waren es mit 16 Jahren dann weniger als 1%. Sicherlich werden die Jungs da auch gezielter "mitgeholfen" haben, eben weil man ihnen auch erklärt hat, wie eine Vorhaut eigentlich funktioniert. Die angeborene Neugier und die erwachende sexuelle Neugier erledigen dann den Rest ;)
Leider ist das bei dir wohl unterblieben, so dass deine Phimose eben leider bestehen blieb.

Die Beratung deines Urologen finde ich aus ein paar Gründen nicht sehr gelungen.
Da wäre zum Beispiel die Aussage, du solltest es mit Dehnen "ein paar Wochen lang" versuchen. Das ist keine Sache von ein paar Tagen und Wochen und das muss auch kontinuierlich vonstatten gehen. Gerade wenn du, so entnehme ich es deinem Beitrag, eine sog. "vollständige" Phimose hattest, sprich, deine Vorhaut überhaupt nicht zurückziehen konntest, dauert es natürlich eine Weile, bis die Öffnung die Ausmaße eines erwachsenen Penis angenommen hat. Trotzdem ist sie dazu in der Lage. Man betrachte nur mal die Leute, die mit diesen regelrechten Autofelgen (Tunnels) in den Ohrläppchen herum laufen. Die sind ja auch nicht so geboren worden.

Die zweite Aussage, "Also... wenn wir die Vorhaut entfernt hätten, wärst du von der Heilung her schon durch mit dem Thema" ist für einen Arzt schlichtweg einfach nur unprofessionell und meiner Meinung nach schon fast ein Fall für die "Hall of shame", denn die zeigt klipp und klar, dass es dem Arzt eigentlich primär darum geht, anstatt tatsächlich des Patienten Problem so schonend wie möglich zu lösen.
Denn
1. hätte er dir sagen können und müssen, dass das Dehnen einer vollständigen Phimose nunmal Geduld erfordert
2. Gibt es für die Operation einer Vorhautverengung weitaus geeignetere Methoden als einfach nur "alles ab" und
3. Ist diese "automatische" Aussage, du wärst dann schon durch mit dem Thema, so gar nicht richtig, denn es kann nunmal zu Nachkomplikationen kommen, und die sind dann nicht in 8 Wochen gegessen. Zudem muss man nach einer Beschneidung ohnehin schonmal mindestens 6 Wochen lang auf Geschlechtsverkehr verzichten.
Der Arzt war also ganz augenscheinlich genauso "versessen" darauf, dich zur OP zu bekommen. Und mit so einer Vorgeschichte hat man einen Patienten dann natürlich auch schnell so weit :nein:
Ja... die Eichell wird für den "alltäglichen Kontakt" wie z.B. mit Kleidung unempfindlicher. Die sexuelle Empfindlichkeit wird davon eher wenig betroffen sein.... kann sich über die Jahre aber auch etwas mehr zurückbilden. Dagegen könnte man aber den Penis samt Eichel in Zukunft gut mit Cremes pflegen. das würde völlig reichen... und wenn man es nicht tut müsse eine Desensibilisierung auch nicht zwingend auftreten.
Das ist schlichtweg Unsinn! Selbstverständlich tritt die Desensibilisierung ein. Schon allein aufgrund der Tatsache, dass man mal eben über 20.000 Nervenenden einfach entfernt. Die sind weg, und was weg ist, bleibt nicht sensibel, sondern ist eben WEG.
Die Desensibilisierung der Eichel ist ebenso ein Muss, denn die vormals nur wenige tausendstel Millimeter dicke Haut auf der Eichel, unter der direkt deren Nervenenden sitzen, bildet eine Hornhautschicht zum Eigenschutz, da sie nun die "vorderste Front" bildet. Das hat die Natur so eingerichtet. Da kann man cremen so viel man will. Man müsste den Penis schon ganztägig in einem Cremebad in der Unterhose versenken, um diesen Effekt tatsächlich zu verhindern. Allenfalls lässt sich so die Geschmeidigkeit der sich bildenden Hornhautschicht etwas erhalten, so dass die Eichel nach ein paar Jahren nicht so "ledrig" und trocken wirkt, aber die Dicke der Hornhaut beeinflusst man so definitiv nicht!
Ja... so ein Eingriff ist heute eine gut zu handelnde Routine. Sie wird in der Klinik wöchentlich mehrmals durchgeführt und zwar in allen Altersschichten....vom Säugling bin hin zum 92jährigen
Das ist leider traurige Realität. Denn es gibt meiner Meinung nach keine Rechtfertigung, einen Säugling zu beschneiden! Und das mit der "gut zu handlenden Routine" hat bereits mehreren Kindern das Leben oder den Penis gekostet. Eine Jessica Woehr trauert auch nach 13 Jahren noch um ihren damals 4-Jährigen Sohn, der überflüssigerweise einer Vorhaut-OP mit all ihren "Routine"-Risiken ausgesetzt wurde, und der an der ganzen "Routine" verstorben ist, weil "Routine" nämlich zu Sorglosigkeit führen kann. Ebenso ergeht es anderen, denen zum Beispiel "versehentlich" die Eichel mit an- oder gar abgeschnitten wurde, oder denen "nur" zu viel Vorhaut entfernt wurde, so dass die Schafthaut bei jeder Erektion gespannt ist und schmerzt. All das sind Ergebnisse von zu viel "Routine".
Hinzu kommt, dass die Operation (sprich Beschneidung) einer Phimose, insbesondere bei Kindern, gerne Medizinstudenten bzw. Ärzten im ersten Praxisjahr an die Hand gegeben wird. Sprich: Da operiert ein Azubi (!) am empfindlichsten Teil des intimsten Körperteils des Patienten herum, weil das ja so "Routine" ist!

Ich finde gut und in Ordnung, dass du diesen Bericht hier geschrieben hast, denn es war deine freie Entscheidung, auch wenn letztlich viele Dinge, die in früheren Jahren hätten anders laufen können und sollen, zu dieser Entscheidung geführt haben. Es ist gut und richtig, dass deine Eltern dies nicht für dich einfach so vorweg genommen haben, auch wenn das für dich jetzt mehr "Arbeit" bedeutete. Eine Vorhautverengung mittels Dehnung statt direkt mit einfach "abschneiden" zu behandeln ist übrigens kein "Käse", sondern tatsächlich das Mittel der Wahl.
Doch es ist ebenso wichtig, die kritischen Aspekte, die ich dir jetzt gerade dargelegt habe, zu bedenken, da dieses Board hier definitiv auf Information bedacht ist, und da sollten alle Informationen auf den Tisch kommen, von denen dir - leider - auch einige vorenthalten wurden.

Trotzdem Danke für deinen umfassenden, recht objektiven und persönlichen Bericht. :ja:

Man-Without-Cap
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Registriert: Mo 14. Jan 2019, 17:03

Re: Beschneidung nach Phimose - Erfahrungsbericht

Beitrag von Man-Without-Cap » Mo 21. Jan 2019, 23:19

Hallo "Das Etwas" und vielen Dank für deine, vor allem für mich, erläuternde Antwort. :daumenhoch:
Es liegt mir natürlich fern hier Leute fehl zu informieren... wie du schon geschrieben hast... es ist mein Erfahrungsbericht den ich hier veröffentlicht habe mit dem Ziel in an eine bestimmte Gruppe betroffener weiter zu geben. Nämlich (sagen wir es mal ganz salopp) die Dicken die ein Phimose-Problem haben und die sich, auch durch Charmgefühl, schwer tun oder gar weigern zum Urologen zu gehen.
Die Rahmenbedingungen die in meinem Fall dafür gesorgt haben, dass ich diesen Weg gegangen bin sollten dabei eher nebensächlich erscheinen. Sollten sie dennoch zu stark in den Mittelpunkt gerückt sein, war das keine Absicht und ich bitte dafür um Entschuldigung.
Meine Unwissenheit in jungen und auch fortgeschrittenen Jahren soll hier auch nicht den allgemeinen Durchschnitt verdeutlichen.
Ich hoffe, dass der Großteil der Männer die in besagte Gruppe passen und ein Phimose-Problem haben, besser informiert sind als ich es war oder wahrscheinlich immer noch bin.
Mein Bericht sollte besagten Leuten lediglich moralische Unterstützung bieten für den Fall, dass eine ZZ als Ultima Ratio für sie in Frage kommt. Ob das so im Einzefall ist, kann und werde ich nicht beurteilen.
Zu der Beratung durch meinen Urologen sollte ich hinzufügen, dass mein älterer Bruder das gleiche Problem auf gleiche Weise behandelt hat und mir eigentlich schon beim ersten Besuch klar war, was da auf mich zu kommt. Auch langzeittechnisch, da mein Bruder bereits seit 21 Jahren mit der ZZ lebt und sehr glücklich ist im Vergleich zu vorher.
Über den Verlust der rezeptorischen Nervenenden der Vorhaut braucht man natürlich nicht diskutieren. Sie sind natürlich durch die Entfernung weg. Das ist Fakt.
Der Erhalt der in der Eichel angesiedelten Nervenenden und deren rezeptorischen Funktionen... naja... darüber könnte man vielleicht diskutieren, was aber hier glaube ich auch nicht angebracht wäre.
Somit ist der "lockere Umgang" meines Urologen mit der Thematik auch bedingt durch meine "Lockere Haltung" zu diesem Thema entstanden. Also möchte ich meinem Urologen deshalb jetzt auch kein negatives Predikat ausstellen. Wohl aber mir, da ich diese Information achtlos an die Forengemeinde weitergegeben habe, ohne das nötige Hintergrundwissen in Form des Umgangs mit dem Arzt. Dafür nochmals... Entschuldigung.
Letzendlich kann ich nur sagen... für mich persönlich war es der richtige Weg denn ich fühle mich, 2 Wochen nach der OP, wesentlich besser und... auch befreit von einem Problem.
Du hast höchst wahrscheinlich recht damit wenn du vereinfacht sagst, dass es auch andere Möglichkeiten gegeben hätte...jetzt oder auch früher. Aber nun habe ich meinen Weg gewählt und lebe auch damit.

Abschließend möchte ich dir nochmals Danken für deine Informationen. Ich fasse deinen Beitrag auch nicht negativ auf oder nehme ihn gar persönlich.
Ein Forum ist ja für den Dialog gedacht und ich freue mich immer wenn ich etwas lernen kann... auch wenn es manchmal zu spät ist um es für sich selbst zu nutzen ;)

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